Preisträger des Bundeswettbewerbs deutschsprachiger Schauspielstudierender verbunden mit dem 32. Treffen
zur Förderung des Schauspielnachwuchses in vom 20. Juni bis 26. Juni 2021 (Musik und Kunst Privatuniversität Wien)


Preisrede der Jury:

„Zehn Augen haben Euch gesehen, zehn Augen haben ein „Wir“ gesehen. Denn jede und jeder einzelne von Euch hat das WIR sichtbar gemacht. Zehn Augen haben natürlich ihre Lieblinge.

Aber das war nicht der Fokus. Denn es war auch nicht Eurer. So schien es uns zumindest. Deshalb haben wir uns entschieden, in diesem Jahr ausschließlich Ensemblepreise zu vergeben. Ihr wisst am besten selbst, wie Ihr diese Förderpreise für Euren künstlerischen Weg einsetzen könnt.

Wir haben Euch gefeiert und wünschen Euch noch viel mehr Augen und Blicke!

Nach diesem Gesehenen, nach dieser Woche, ist es nicht gerade einfach, eine Bewertung abzugeben. Das haben wahrscheinlich schon viele Jurymitglieder gesagt. Viele vor uns haben auch versucht, diesen Wettbewerb anders zu denken. Aber dieses Jahr, und das ist nicht nur der Pandemie geschuldet, sondern auch, und vor allem, was dieses Jahr insgesamt mit Euch gemacht hat, macht es das für uns notwendig.

Die Theaterlandschaft befindet sich im aufregenden Umbruch. Noch immer gibt es jedoch Strukturen, die offensichtlich veraltet sind. Eure Beiträge und Ihr im speziellen – als die Zukunft unserer Branche – habt uns mit scharfsinniger Deutlichkeit gezeigt, dass die Zukunft nur im „Wir“ verankert sein kann.

Euer enormer kreativer Output, oft in Eigeninitiative erschaffen, ist so wach, so rührend, so gnadenlos am gesellschaftlichen Diskurs teilnehmend, dass wir keine alleinigen Gewinner:innen ernennen wollen, aber vor allem nicht können. Dieser Preis soll den Einstieg in die Berufswelt ebnen. Natürlich ist Handwerk wichtig, aber daneben gibt es auch andere Wahrheiten, die Ihr uns alle mit Wucht klar gemacht habt. Courage, Kollegialität, konzeptionelle Intelligenz, Sanftmütigkeit und Wut Euch selbst und der Welt gegenüber. Und das alles ist genauso wichtig und zeugt von Eurer emotionalen Intelligenz. Deshalb möchten wir, als diesjährige Jury des Bundeswettbewerbs deutschsprachiger Schauspielstudierender, Euch und Eure sehr unterschiedlichen Ansätze dieser besonderen Welt und Branchensituation gegenüber gerecht werden und Eure spezifischen Antworten, die Ihr uns geschenkt habt, bestärken und mit spezifischen Kategorien, Rückmeldungen und Preisgeldern honorieren.“

Mehmet Ateşçi (Schauspieler)
Sarah Viktoria Frick (Schauspielerin)
Ulf Frötzschner (Dramaturg)
Anja Herden (Schauspielerin)
Julia Hölscher (Regisseurin)

Zehn Ensemblepreise des Bundesministeriums für Bildung und Forschung der Bundesrepublik Deutschland in Höhe von je 1.500 Euro an die Ensembles der
Universität der Künste Berlin: „Tartuffe“
Hochschule der Künste Bern: „Chalet – Oder über den Berg gehen“
Universität für Musik und darstellende Kunst Graz: „Entwurf für ein Totaltheater“
Hochschule für Musik und Theater – Theaterakademie Hamburg: „Oneshot“
Hochschule für Musik, Theater und Medien Hannover: „ELEVEN“
Theaterakademie „August Everding“ München: „DAS LICHT IM KASTEN“
Filmuniversität Babelsberg „Konrad Wolf“ Potsdam: „NOBODY ONLINE“
Thomas Bernhard Institut – Universität Mozarteum Salzburg: „Nichts, was uns passiert“
Musik und Kunst Privatuniversität der Stadt Wien: „Tach(e)les“
Zürcher Hochschule der Künste: „INTO THE DOLLYVERSE – life äh live“

Fünf Ensemblepreise des Bundesministeriums für Bildung und Forschung der Bundesrepublik Deutschland in Höhe von je 2.000 Euro an die Ensembles der
Hochschule für Schauspielkunst „Ernst Busch“ Berlin: „HAUT – my body is a stage“
Folkwang Universität der Künste Essen/Bochum: „krise bleibt. (eine performative übung.)“
Hochschule für Musik und Darstellende Kunst Frankfurt am Main: „Wenn nicht jetzt, fang an“
Hochschule für Musik und Theater Rostock: „Ein Chor stürmt das Capitol und filmt sich selbst“
Max Reinhardt Seminar – Universität für Musik und darstellende Kunst Wien: „Killing of silent hopes“

Marina Busse Preis in Höhe von 1.000 Euro
an die drei Spieler:innen aus der Produktion „HAUT – my body is a stage“ von der Hochschule für Schauspielkunst „Ernst Busch“ Berlin

Gestiftet vom Ehemann Friedrich Springorum der Schauspielerin und Dozentin Prof. Marina Busse.

Max Reinhardt Preise in Höhe von je 2.500 Euro an die Ensembles der
Hochschule für Musik und Theater „Felix Mendelssohn Bartholdy“ Leipzig: „EGO“
Akademie für Darstellende Kunst Baden-Württemberg in Ludwigsburg: „nao foi isso / das war’s nicht“
Otto Falckenberg Schule München: „DER GROSSE MARSCH ohne Lotz
Staatliche Hochschule für Musik und Darstellende Kunst Stuttgart: „Kein Eisberg in Sicht“

Gestiftet von der mdw – Universität für Musik und darstellende Kunst Wien. Erstmals aufgeteilt.

 

Preis der Studierenden in Höhe von 2.000 Euro an das Ensemble der
Hochschule für Musik und Theater „Felix Mendelssohn Bartholdy“ Leipzig: „EGO“

Gestiftet von der Intendantengruppe des Deutschen Bühnenvereins und der Genossenschaft Deutscher Bühnenangehöriger (GDBA).